29 Gefahr im Verzug Wilsberg

Torsten Schmitt beauftragt Privatdetektiv Georg Wilsberg seine Exfrau zu beschatten, da er vermutet, dass sie einen vermögenden Liebhaber hat und er dann keinen Unterhalt mehr zahlen muss, wenn er dies beweisen kann. Ehe sich Wilsberg versieht, wird die Frau Opfer eines Mörders, der ausgerechnet von Kommissar Overbeck bei einem Polizeieinsatz überfahren und schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wird. Allerdings hält ihn niemand für einen Mörder, sondern zunächst nur für einen harmlosen Passanten. Wegen des Presserummels, den Overbecks Aktion hervorgerufen hat, soll sich der Polizist zunächst bedeckt halten und wird von Kommissarin Springer auf Anraten des Kriminalrats suspendiert. Er muss die nächsten Tage bei Wilsberg wohnen und darf sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen.

Nr.29
Original­titelGefahr im Verzug
SerieWilsberg
Staffel Staffel 3
RegieHans-Günther Bücking
DrehbuchEckehard Ziedrich
Erstaus­strahlung D (ZDF)20. März 2010


Wider Erwarten hat sich Wilsbergs Auftrag mit dem Tod der Frau nicht erledigt, denn sein Mandant wünscht zu erfahren, wer der Mann ist, mit dem seine Frau sich getroffen hat. Da es sich bei diesem Mann um Ingo Peters handelt, den Wilsberg auch für den Mörder an Elvira Schmitt hält, kann er beruhigt weiterermitteln. Peters hat Elvira Schmitt angeblich auf einer Jubiläumsfeier der Landmaschinenfirma „Kehrer“ kennen gelernt, bei dem das Opfer als Sekretärin in der Buchhaltung gearbeitet hatte. Wilsberg sucht die Firma auf und ist erstaunt, Ekki dort anzutreffen, der hier gerade eine Steuerprüfung durchführt. So ergeben sich schnell einige Ungereimtheiten, denn Elvira Schmitt war nie verheiratet und Wilsberg vermutet, dass die Frau als Spionin missbraucht wurde, um die Pläne zu einem neu entwickelten Steuermodul an Dritte weiterzugeben.
Ingo Peters ist Journalist und wendet sich an Alex Holtkamp, um ihr als Rechtsanwältin einen Umschlag anzuvertrauen. Noch am selben Tag wird Peters ermordet. Wilsberg erfährt von dessen Chefredakteur, dass Peters wegen permanenter Misserfolge zum Trinker geworden war und krampfhaft nach einer brisanten Story suchte. Kommissarin Springer lässt den ominösen Briefumschlag öffnen und findet darin lediglich eine Auflistung von Ersatzteilen. Wilsberg vermutet jedoch illegale Waffengeschäfte, hinter die Peters gekommen war, denn das Exportland liegt im Sudan, wo derzeit Krieg geführt wird. Wilsberg will Kehrer zur Rede stellen, doch auch dieser ist inzwischen erschossen worden. Als Täterin stellt sich dessen Mitarbeiterin Karla Berhenke heraus, die kurz zuvor auch den Mann im Krankenhaus umgebracht hat, den sie als Killer engagiert hatte, weil Peters und Schmitt sie erpressen wollten. Bei einer Geiselnahme im Warenlager der Firma wird sie von Overbeck wirkungsvoll außer Gefecht gesetzt.
Wilsbergs Mandant, der sich als Torsten Schmitt vorgestellt hat, ist ein Ermittler des BKA, der mit Wilsbergs Hilfe nun den Waffenhandel unterbinden kann, indem er die Pläne des Steuermoduls, das auch für Militärzwecke geeignet ist, an sich bringt. Damit Wilsberg Overbeck wieder aus seiner Wohnung „los“ wird, hilft er ihm bei seiner Rehabilitierung. Er stellt den von ihm verursachten Unfall als Absicht dar, da er so den vom BKA observierten Harry Keitel und Mörder von Elvira Schmitt stoppen wollte    



 

CastRolle
Leonard LansinkGeorg Wilsberg
Rita RussekCommissario Anna Springer
Roland JankowskyOverbeck
Ina Paule KlinkAlexandra "Alex" Holtkamp
Oliver KorittkeEkkehardt "Ekki" Talkötter
Vittorio AlfieriGrabowski
Heinrich SchafmeisterManfred "Manni" Höch

Der Protagonist der Wilsberg-Krimis, Georg Wilsberg, ist ein Antiquar, der aus Geldmangel nebenbei auch Aufträge als Privatdetektiv annimmt. Die Idee und die Figuren stammen von Jürgen Kehrer, der schon seit 1990 Bücher über Wilsberg schreibt.

 Georg Wilsberg, ein stämmiger Mann Ende fünfzig, betreibt in der Stadt Münster eine Buchhandlung für antiquarische Bücher  und arbeitet nebenbei als Privatdetektiv. Beides lässt sich sehr gut kombinieren. Er kauft ganze Bibliotheken auf, wenn er kann, am liebsten aus dem Nachlass eines kürzlich Verstorbenen. Wilsberg hat eine Visitenkarte, die seine Nebentätigkeit verrät, so dass die Angehörigen bei Zweifeln an den Todesumständen geneigt sind, ihn zu beauftragen. Andere Kunden schätzen die Möglichkeit, einen Privatdetektiv diskret zu engagieren, indem sie vorgeben, nur auf der Suche nach seltenen Büchern zu sein, wenn sie ihn besuchen. Wilsberg ermittelt in Fällen aus ganz Münster und dem Umland. Da er ständig knapp bei Kasse ist, besitzt er kein Auto und muss sich eines von seinen Freunden leihen oder als Running Gag sogar stehlen. Bei seinen Ermittlungen schert er sich wenig um gesetzliche Vorschriften, so dass er auf der Suche nach Beweisen häufig in Privathäuser einbricht und verhaftet wird.

Weitere Charaktere sind:

Ekki
    Ekkehard Talkötter ist ein amtlicher Steuerinspektor, dessen Zugang zu den Steuerdaten von jedermann oft wertvolle Beweise liefert. Er ist Wilsbergs bester Freund. Sein Charakter ist schüchtern, zögerlich und unsicher und ergänzt Wilsbergs tollkühne Art perfekt.

Alex
    Alexandra Holtkamp ist Wilsbergs Nichte und Patentochter. Sie arbeitet als Anwältin, was hilfreich ist, als Wilsberg verhaftet wird, weil er in die Häuser von Verdächtigen eingebrochen ist.

Anna
    Anna Springer, eine Polizeibeamtin im gleichen Alter wie Wilsberg, ist die Leiterin der Mordkommission in Münster. Privat mag sie Wilsberg, dessen Hinweise oft hilfreich sind, aber im Dienst kommen sich die beiden bei ihren (meist unabhängigen) Ermittlungen immer wieder in die Quere und gehen sich gegenseitig auf die Nerven. Ihre humorvolle Hassliebe ist ein Hauptpunkt der gesamten Handlung.

Overbeck
    Annas Assistenzinspektor wird von allen nur mit seinem Nachnamen angesprochen. Er hält sich für cool und genial und liebt es, mit seiner Sonnenbrille zu protzen, aber er lässt sich immer wieder zu Ablenkungsmanövern hinreißen oder bringt sich selbst in Schwierigkeiten, so dass er für Anna keine große Hilfe ist. Er mag Wilsberg nicht, der ihn oft lächerlich macht, und neigt sogar dazu, Wilsberg (der die Angewohnheit hat, überall über Leichen zu stolpern) als Mörder zu verdächtigen.

  Wilsberg ist eine ZDF-Kriminalfilm-Reihe, die im westfälischen Münster spielt. Gedreht werden die Folgen der Reihe in Münster und Köln, wobei ein gutes Drittel der Produktionszeit bei den Dreharbeiten in Münster verbracht wird

 

 

 

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